Implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD)

Ziel der Behandlung mit dem Defibrillator/ICD ist das Beenden von schnellen, potentiell lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern und Kammertachykardien) durch schmerzfreie Überstimulation ("Überfahren" einer Rhythmusstörung") oder durch die Abgabe eines Elektroschocks durch den ICD. 
Die Implantation eines ICD wird empfohlen für Patienten, die bereits einmal einen Herzstillstand durch Kammerflimmern oder Kammertachykardie überlebt haben oder für Patienten, die ein hohes Risiko für zukünftige lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen haben. Je nach Ihrer Herzerkrankung und Rhythmusstörung erhalten Sie einen Ein-, Zwei- oder Dreikammer-Defibrillator. 

Jeder moderne ICD beinhaltet einen voll funktionsfähigen Herzschrittmacheranteil (Stimulation des Herzens bei langsamem Puls), kann also zusätzlich alles, was ein Herzschrittmacher kann.

Falls Sie Blutverdünnungsmedikamente nehmen, spechen Sie bitte vor der Behandlung die Medikation mit Ihrem Arzt oder uns ab. 

Die Implantations-Operation dauert ca. 1 bis 2 Stunden und wird in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) und gleichzeitiger Sedierung (Gabe von angstlösenden, beruhigenden Medikamenten) durchgeführt. 

Unterhalb des linken Schlüsselbeins wird ein kleiner Hautschnitt durchgeführt. In diesem Bereich werden je nach Defibrillator ein bis zwei  Kabel (Elektroden) durch ein Blutgefäß (Vene) ins Herz vorgeschoben und im Herzmuskel (durch Widerhaken oder eine Schraube) verankert. Dieser Vorgang ist für Sie schmerzfrei. Wenn die Drähte im Herzen verankert sind, wird der ICD mit den Elektroden verbunden und unter dem Brustmuskel an der Brustkorbwand befestigt, danach erfolgt der Wundverschluss inklusive Hautnaht.

Bestimmten Patienten mit einer schweren Herzmuskelschwäche und weiteren Voraussetzungen (Luftnot im Alltag, ungleichmäßiges Zusammenziehen des Herzens, sog. Dyssynchronie) kann mit der Implantation eines ICD (selten auch nur eines Schrittmachers)  mit drei Elektroden (biventrikulärer ICD oder CRT-ICD bzw. CRT-D) geholfen werden. Die dritte Elektrode wird in ein Blutgefäß (sog. Koronarvene), welches der linken Hauptkammer des Herzens anliegt, implantiert. Sie dient dazu, alle Teile des sich zuvor ungleichmäßig zusammenziehenden Herzens wieder zur gleichen Zeit zum Schlagen zu stimulieren (sog. Resynchronisation). 

Nach der Operation wird ein Röntgenbild angefertigt, um die Lage der ICD-Elektroden zu überprüfen.

Am Folgetag der Operation wird die Funktion des ICD mittels Funkübertragung durch die Haut überprüft, und es erfolgt eine Feineinstellung auf Ihre individuellen Bedürfnisse, außerdem erhalten Sie einen ICD-Patientenausweis. In aller Regel können Sie dann die Klinik in den nächsten Tagen verlassen. 

In der Regel verbleiben die Fäden der Hautnaht für 12-14 Tage, hiernach können sie von Ihrem Hausarzt entfernt werden. Solange sollte die Wunde nicht mit Wasser in Berührung kommen. 

Weitere ambulante ICD-Kontrollen finden alle 3-4 Monate statt. Grundsätzlich können in unserem Hause ICD der meisten Hersteller  kontrolliert und programmiert werden, in der Regel wird aber die ambulante Routinekontrolle vom niedergelassenen Kardiologen durchgeführt. Ein Wechsel des ICD wegen Batterieerschöpfung ist in der Regel nach 5-8 Jahren notwendig.

08026 393 4518 (Herzkatheter)

08026 393 4443 (Cardio-MR)

Norbert-Kerkel-Platz

83734 Hausham