Herzschrittmacher

Ziel der Einpflanzung eines Herzschrittmachers ist die Behebung von langsamen Herzrhythmusstörungen und den damit verbundenen Beschwerden (Schwindel, Bewußtlosigkeit, Leistungsschwäche) durch Antreiben des Herzschlages mit dem Herzschrittmacher. Je nach der bei Ihnen bestehenden Herzrhythmusstörung kommt ein Ein- oder ein Zweikammerschrittmacher zur Anwendung, das heißt, es werden ein oder zwei Kabel (sogenannte Elektroden) in eine oder zwei Kammern Ihres Herzens gelegt.

Ein Schrittmacher mit drei Elektroden (biventrikulärer Schrittmacher oder CRT-Schrittmacher) kommt nur für Patienten mit einer schweren Herzmuskelschwäche und bestimmten weiteren Voraussetzungen (ungleichmäßiges Zusammenziehen des Herzens, sog. Dyssynchronie) in Frage und wird in aller Regel nicht als Schrittmacher sondern als Defibrillator bzw. ICD implantiert.

Da Standard-Schrittmacher nicht dem starken Magnetfeld einer Kernspinuntersuchung ausgesetzt werden dürfen, können wir bei entsprechender Indikation auch ein bedingt MR-taugliches Schrittmachersystem implantieren.

Falls Medikamente zur Blutverdünnung eingenommen werden, sollte diese 5-7 Tage vor der Operation pausiert und mit Bauchspritzen überbrückt werden. In jedem Fall sollten Sie dieses Vorgehen mit Ihrem behandelnden Arzt oder uns besprechen.

Die Implantations-Operation dauert ca. 60-90 Minuten und wird in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) und gleichzeitiger Sedierung (Gabe von angstlösenden, beruhigenden Medikamenten) durchgeführt. 

Unterhalb des rechten oder linken Schlüsselbeins wird hierbei ein kleiner Hautschnitt durchgeführt. In diesem Bereich werden ein oder zwei Schrittmacherkabel (sogenannte Elektroden) durch ein Blutgefäß (Vene) ins Herz vorgeschoben und im Herzmuskel (durch Widerhaken oder eine Schraube) verankert. Dieser Vorgang ist für Sie schmerzfrei. Wenn die Schrittmacherdrähte im Herzen verankert sind, wird der Schrittmacher mit den Elektroden verbunden und unter der Haut befestigt sowie die Haut mit einer Naht verschlossen. Nach der Operation wird ein Röntgenbild angefertigt, um die Lage der Schrittmacherelektroden zu überprüfen.

In der Regel verbleiben die Fäden der Hautnaht für 12-14 Tage, hiernach können sie von Ihrem Hausarzt entfernt werden. Solange sollte die Wunde nicht mit Wasser in Berührung kommen. 

Nach der Operation (in der Regel 1-2 Tage) wird die Funktion des Schrittmachers mittels Funkübertragung durch die Haut überprüft, und es erfolgt eine Feineinstellung auf Ihre individuellen Bedürfnisse, außerdem erhalten Sie einen Herzschrittmacherausweis. In aller Regel können Sie dann in Kürze die Klinik verlassen. 

Weitere Schrittmacherkontrollen finden ambulant nach 3 Monaten und dann alle 6-9 Monate statt, ein Wechsel des Schrittmachers bei Batterieerschöpfung ist in der Regel nach  6-10 Jahren erforderlich.

Grundsätzlich können in unserer Abteilung Schrittmacher der meisten Hersteller kontrolliert und programmiert werden, in der Regel wird aber die ambulante Routinekontrolle vom niedergelassenen Kardiologen durchgeführt.

08026 393 4518 (Herzkatheter)

08026 393 4443 (Cardio-MR)

Norbert-Kerkel-Platz

83734 Hausham